Publius Vergilius Maro: Eklogen, Georgica, Aeneis
Clm 319, fol. 1r
Clm 319
Pergament, 205 Blätter, Florenz 1426/29 und 1460
 
Vergil, der bald nach seinem Tode zum Schulautor und besonderen Vorbild für alle Dichtung wurde, galt im Mittelalter wegen seiner Ähnlichkeit mit dem christlichen Gedankengut als der Dichter schlechthin. So durfte er auch in keiner Humanistenbibliothek fehlen. Der Text der ersten 191 Blätter hebt sich durch seinen Buchschmuck – Blattgoldinitialen auf farbigem Grund mit Weißranken – von den späteren Zusätzen ab. Hartmann Schedel, der Arzt und Humanist aus Nürnberg, erwarb den Kodex wohl während seines Studiums in Italien und versah den Text mit eigenen Anmerkungen. 1460 erweiterte er ihn um eine Fortsetzung der Aeneis, die von dem Italiener Maffeo Vegio aus Lodi verfasst worden war.
Blatt 1r zeigt den Textbeginn der Bucolica „Tityre, tu patule recubans sub tegmine fagi/silvestrem tenui musam meditaris avena“ mit Glossen Hartmann Schedels.  
 
Fächer: Deutsch, Griechisch, Latein
 
Literatur:
  • Halm, Karl (Hsg.): Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Regiae Monacensis. Bd. III. Catalogus codicum latinorum. Teil I: Clm 1-2329. München 1892;
  • Kulturkosmos der Renaissance. Die Gründung der Bayerischen Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 2008 
  • Sie hierzu auch:  Projekt zu den digitalisierten Vergil-Ausgaben 1502-1840.